Man kann, muss aber gar nicht weit fahren, um auf Menschen zu treffen, die sich genau wie wir für einen effizienten und somit nachhaltigen Lastentransport via Lastenrad begeistern lassen bzw. begeistern können. In der bemerkenswert schönen Kaiserpfalzstadt Goslar haben wir im Rathaus einen Lastenrad-Szeneanstifter getroffen, der sich tatsächlich auch durch einen Besuch in Einbeck für Lastenräder zu interessieren begann und der sich aufgrund einer in ihm offensichtlich beneidenswert kreativen Ader dem Thema Lastenrad gleich in vielfältiger Hinsicht zugewendet hat.

Der Anstifter heißt Dr. Oliver Junk, ist 1976 geboren und seit 2011 Oberbürgermeister der Stadt Goslar.

Grund für unseren letzten Besuch bei Oliver war vordergründig gar nicht das Thema Lastenrad. Es ging um Street Art, Fachwerk-Marketing und ganz allgmein um die Vernetzung der schönen Städte Einbeck und Goslar. Doch wir freuten uns dann ganz unerwartet wie Bolle, als uns Oli sein „VelOli“ vorstellte. Olivers Freunde über sein Riese&Müller, das er sich zum einen zur privaten Freude, zum anderen aber auch für seinen charmanten Wahlkampf (Wähl-Oli – ahhh) angeschafft hat, hat uns begeistert. Wir baten ihn also, doch einfach mal einen Blogbeitrag zum Thema Lastenrad zu schreiben, um diesen dann auch auf unserer Bolle-Seite publizieren zu können. Von uns gewünscht – von ihm getan und am 26. Aug. 2021 auf seiner Website unter der Rubrik „Herzenssache“ veröffentlicht. Nun genug der Vorrede – es folgt ein Auszug aus dem Blogbeitrag von bOli – ähm Oli. Log geht’s – es spricht der OB von Goslar:

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Mein „Veloli“

Kennt ihr Patricia und Martin Keil? Ich habe die engagierte Familie aus Einbeck vor einigen Monaten kennengelernt. Sie haben mich tatsächlich motiviert, heute täglich mit meinem Lastenfahrrad namens „Veloli“ in Goslar unterwegs zu sein.

Die Keils sind nämlich Fans und Botschafter von Lastenrädern, schreiben sogar regelmäßig ihren Lastenrad-Blog. Schaut mal rein: ( https://lastenrad-einbeck.de/blog/).

In Einbeck haben sie mir das „BOLLE“–Projekt vorgestellt. Bolle steht für Bunt-Offen-Lustig – Lastenrad Einbeck. Und „Bolle“ ermöglicht das kostenfreie Ausleihen von Lastenrädern für alle in Einbeck. Ein vorbildliches, ehrenamtliches Projekt, das ich ausdrücklich würdigen möchte. Es hat mich nun dazu bewogen, in Goslar ebenfalls ein solches Projekt zu initiieren. Mit Partnern bin ich bereits im Gespräch.

Seit März bin ich bereits Lastenradfan, nutze „Veloli“ beinahe täglich im Stadtgebiet und habe über 1.200 km zurückgelegt. Mein „Veloli“ macht einfach nur Spaß – sowohl für eine Fahrt über 150 Metern zu REWE wie auch eine Bergfahrt nach Hahnenklee zu einer Ortsratssitzung.

[…]

Die Vorteile eines Lastenrades liegen auf der Hand:

  • Weil es schneller geht!
  • Weil man Menschen trifft!
  • Weil kein Parkplatz zu suchen ist!
  • Weil Einkäufe Platz finden!
  • Weil kleine Kinder Platz finden!
  • Weil man ganz viel für die eigene Gesundheit tut!
  • Weil man ganz viel für den Umwelt- und den Klimaschutz tut!
  • Weil man für Verkehrsberuhigung sorgt.
  • Weil Mobilität auch ohne PKW in der Stadt möglich ist.

Aber, ein Lastenrad kostet Geld, sogar richtig viel Geld. Und deshalb lohnt sich für jede Stadt ein Leihsystem […]

Und gemeinsam mit Patricia und Martin Keil sowie Partnern in Goslar arbeite ich daran, ein „Bolle“–System für Goslar zu entwickeln. Vielleicht gelingt es. Wer Interesse an Mitarbeiten, Mitdenken, Mitfinanzierung und Mitorganisieren hat, ist aufgefordert, sich bei mir zu melden!

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Soweit die Begeisterung von Oli. Wir haben bekanntlich großes Interesse daran, die Lastenradszene nicht nur in Einbeck, sondern letztendlich weltweit wachsen zu sehen. Am 7. Sept. werden wir Bolle der Initiativgruppe „Lastenräder Goslar“ vorstellen und wir sind uns sicher, aus diesem Treffen auch wieder neue Impulse für Bolle in Einbeck mit nach Hause zu bringen.

„Wenn du schnell gehen willst, dann gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, dann musst du mit anderen zusammen gehen.“ (Afrikanisches Sprichwort)

Prime lässt sich dazu noch ein Gedanke von Reinhold Messner ergänzen, der auf Olivers Jungs Seite zitiert wird:

„Meine Kraft schöpfe ich aus meinen Ideen für die Zukunft, nicht aus den Leistungen, die hinter mir liegen.“

Was gibt es Schöneres, als mit dem Lastenrad zum Gig zu fahren!

Die feine Kleidung knittert nicht und der Wind weht erfrischend ins Gesicht. Seitdem mein Equipment für Solo Auftritte in ein Lastenrad von Bolle passt, kann ich als Musiker nun auch grüne Akkorde spielen im Orchester gegen den Klimawandel – als Musiker meinen gesellschaftlichen Beitrag leisten.

Die John Poppyseed Band reist seit ihrer Gründung, wenn möglich, mit der Bahn oder Fahrgemeinschaften, zu den Gigs. Das Thema Klimaschutz wurde bei uns in der Band natürlich auch diskutiert, denn jede Branche kann einen Beitrag leisten.

Neben der Musik verbindet die Musiker von der Band John Poppyseed die Leidenschaft für das Rennrad und so kommt es bei Proben und auch privat oft zum Einsatz. Besonders schön ist aber die Gewissheit mit den Lastenrad, einen Anfang zu finden, den Problemen der zunehmenden Mobilitätsfanatik der Gesellschaft simpel und charmant zu begegnen und dabei überrascht zu werden, wie angenehm einfach und schön ein Transport gemeistert werden kann.

Ganz besonders für Kinder ist es nicht nur eine pädagogische, klimafreundliche und organische Transportweise – sondern einfach nur ein schönes Erlebnis. Wer muss schon mit 1,5 Tonnen hantieren, um seine Kinder, die vielleicht 20 kg wiegen, zu transportieren. Entschleunigung wird immer wichtiger werden in den nächsten Dekaden, damit unsere Kinder gesund bleiben.

Ich fahre Lastenrad – Du kannst es auch probieren – Bolle!

Mobile Grüße – John Poppyseed

Am vergangenen Mittwoch, den 28. April, war die Verkehrswende-Initiative Einbeck mit einem Infostand auf dem Marktplatz präsent. Auch Bolle war mit drei Lastenrädern dabei. Die junge Initiative hat sich dieses Frühjahr gegründet und will sich für ein Rad- und Fußgänger*innenfreundliches Einbeck stark machen. Am Stand gab es dafür u.A. eine große Karte von Einbeck, in die interessierte Passant*innen gefährliche Stellen und Verbesserungsvorschläge für das Verkehrsnetz eintragen konnten.

Viele Einwohner*innen der umliegenden Ortschaften fahren regelmäßig mit dem Rad nach Einbeck und konnten von unübersichtlichen Situationen entlang der Einfallsstraßen berichten. Außerdem erzählten viele von ihrer Angst vor dem schnellfahrenden Autoverkehr und der Belastung durch Abgase entlang der Strecke.

Auch innerhalb Einbecks gibt es aktuell gefährliche Stellen für Radfahrende, wie z.B. im Hubeweg, wo der schmale Radstreifen direkt am Autoparkstreifen entlanggeführt wird. Radfahrende fühlen sich quasi eingeklemmt zwischen den vorbeifahrenden Fahrzeugen und plötzlich öffnenden Türen der parkenden Autos. So ist es auf keine der beiden Seiten möglich, den in der StVO gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 1,50 m einzuhalten.

Bisher dominieren Autos den öffentlichen Raum, verschmutzen Luft und Umwelt, besetzen wertvolle innerstädtische Fläche und gefährden andere Verkehrsteilnehmer*innen. Schnell kristallisiert sich in den Gesprächen am Infostand heraus: Für eine Verkehrswende in Einbeck reicht es deshalb nicht aus, weitere Radwege in die Landschaft zu ziehen. Stattdessen müssen die Flächen zurückerobert werden, die das Auto bisher für sich allein beansprucht.

Welche Maßnahmen genau dafür nötig sind, will die Initiative zusammen mit interessierten Einbecker*innen erarbeiten. Konkret will sie in den kommenden Monaten ein umfassendes Verkehrswende-Konzept für Einbeck entwickeln. Auf der Grundlage dieses Konzept soll dann das Gespräch mit der Stadt und weiteren wichtigen Akteur*innen gesucht werden, um die zukünftige Mobilitätspolitik Einbecks mitzugestalten.

Interessierte sind herzlich eingeladen mitzumachen, einfach eine Email schreiben an Einbeck@endlich-verkehrswende.de .

Hier teilen wir einen Beitrag von Frank Bertram, der von ihm am 6. März auf dessen Blog „www.einbeck-aktuell.de“ präsentiert worden ist.

Zum Lesen des Beitrages bitte einfach auf das Foto klicken!

Wir empfehlen, den fb-Blog einbeck-aktuell nach der Lektüre auch zu abbonieren!

Spätestens Mitte des Monats werden wir uns im Hoch-Frühling wiederfinden – das ist gaaaaanz sicher sicher. Und auch, wenn’s noch ein paar Tage länger dauern sollte, bis die Frühlingssonne mit Kraft unsere Nasen wärmt, so es es dennoch höchste Zeit, dass wir unsere Lastenräder und mit ihnen alle Ideen zur Weiterentwicklung der Lastenrad-Szene herausholen und gemeinsam Bolle-Pläne für 2021 schmieden.

Damit wir uns jetzt alle gegenseitig in Kenntnis setzten können, was alles in Sachen Bolle passiert ist, und auch gemeinsam planen können, was wir zusammen in der nächsten Zeit auf die Beine stellen wollen, laden wir zur ersten Bolle Online-Konferenz ein.

Themen: Bolle – ab in den Frühling – Online-Orga-Treffen // Bolle Status Quo // Geplante Entwicklung // Anschaffung neuer Räder // Aktionen wie Infostände, Ausfahren etc.

Treffpunkt: ZOOM – Online-Videokonferenzraum

Termin: Mittwoch, 17. März 2021; 17:30 Uhr
Zum Zoom-Meeting beitreten kannst Du hier:
https://us02web.zoom.us/j/88268526919?pwd=c1RmcHFJb3M3K3pWZldFTmhwUFVJdz09
Meeting-ID: 882 6852 6919
Kenncode: 3q3tdg

Über Teilnahme-Zusagen freuen sich alle Aktiven Bolle-Freunde!

Die Verkehrswende-Initiative Einbeck startet die Kampagne

„KLIMAGERECHTIGKEIT & VERKEHR“

Wie kann Mobilität zukunftsfähig und solidarisch gestaltet werden?

Termin: Online-Veranstaltung am Samstag, 20. März um 15 Uhr

Meinolf Ziebarth vom ADFC Northeim zieht Bilanz zu „5 Jahre Radverkehrskonzept im Landkreis Northeim“ und präsentiert die Ergebnisse des Fahrrad-Klimatests 2021.

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Im Rahmen unserer Bolle-Ausfahrt im Herbst 2020, an der unter anderem auch unsere Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek mit in die Pedale getreten hat, entstand genau das, was wir uns gewünscht hatten: ein reger Austausch über die Mobilität auf zwei und bei Bolle natürlich auch auf drei Rädern.

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Seit heute sind auch WIR begeistert vertreten auf dem „Einbecker KulturBlog“ von Kultur-im-Team. Was das sein soll…. – ganz einfach: ein Verbund aus Einbecker Kulturblogs. Weiterlesen

In diesem speziellen Jahr ist die Vorfreude auf den Sommer ganz sicher bei vielen von uns noch einmal stärker ausgeprägt als in den Jahren, wo es im Januar einfach nur teufels-nasskalt und ungemütlich vor der Tür ist – zumal man derzeitig sogar trotz Schnee nicht einmal mehr Schlittenfahren kann ….. ABER die Lastenräder, die sollen dieses Jahr rollen und darauf können wir uns genauso freuen, wie auf den Frühling und den Sommer.

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