Die Stadt der Liebe – …zum Zweirad // Oder: Family Bolle in Paris

Als Kind mit den Eltern, dann wohl so mit siebzehn und dann alle paar Jahre mal wieder führte auch mich mein Weg nach Paris. Was mich an dieser Stadt immer beeindruckte war die enorme Größe. Die endlosen Avenues, die natürlich die pompösen Prachtbauen und die prachtvollen klassizistischen Straßenzüge a la Haussmann.

Die Weitläufigkeit der Stadt überwältigt, aber macht die Erkundung dann auch zu einer echten Herausforderung. Nimmt man die Metro verpasst man das bunte Leben zwischen den Stationen. Nimmt man das Auto, so erfährt man ein Hupkonzert wie von 1.000 Trompeten und findet keinen Parkplatz – nun, das alte Lied eben. Und zu Fuß, da kommt man gefühlt nie dort an, wo man gerade hinmöchte und wenn man ankommt, ist man leider auch komplett ausgepowert. Bleibt noch das Fahrrad – aber in einer vom Puls des ewigen Autoverkehrs getriebenen Metropole, wo ich entweder achtspurige Straßen zu überwinden habe oder mir in engen Gassen Taxis und knatternde Vespas entgegenfliegen, da bleibt man doch lieber auf dem mehr oder minder sicheren Fußweg. Ja, so war es wohl einmal so….

Anne Hildalgo – Bürgermeisterin von Paris (seit April 2014)

Von der Pariser Bürgermeisterin Anne Hildalgo und ihrem Grünen Daumen für die Stadt hat man in den letzten Jahren ja auch in Deutschland immer wieder gehört.

Als wir uns allerdings im Frühjahr 2022 für einen Trip mit dem Zug nach Paris entschieden, war es schon eher der Wunsch unserer Töchter, endlich mal den Eifelturm in natura zu sehen und weniger die Neugier auf die Ergebnisse von Hildalgos konsequent betriebener Verkehrswendepolitik.

Vom Zug auf’s Lastenrad….

In Paris – wie sollte es anders sein – wollten wir uns dann natürlich wieder ein Fahrrad für Patricia und ein Lastenrad für die Kinder und mich ausleihen. Eine wirklich hilfreiche Website war hier übrigens dann listnride.de. Hier sind wir zunächst auf ein Riese Müller Load 75 gestoßen und über dieses Bike dann auf Richard, der uns mit „Vive le vélo cargo“ begrüßte und sich mit seinen vierzehn hochwertigen Lastenrädern schon als so etwas wie ein Brother in mind oder passender natürlich als Âme sœur für uns entpuppte. Richards Kontaktdaten präsentieren wir übrigens noch weiter unten – für alle, die auch mal mit den Kindern durch Paris biken wollen.

Bereits um 22 Uhr lieferte uns Richard am Tag unserer Anreise das Load 75 und dazu auch noch ein Hollandrad für Patricia bis vor die Haustür. Sodann erläuterte er mir eine gute halbe Stunde ganz in Ruhe die insgesamt vier Schlösser sowie die Alarmanlage für die Räder. Dass das Load 75 auch über eine Satellitenortung verfügt, hatte auch für uns gleich mehrere Vorteile – doch dazu später mehr.

Durch den schnellen Fahrrad-Lieferservice von Richard konnten wir uns also bereits an unserem ersten Morgen in Paris auf die Sattel schwingen und freuten uns über die frische Luft im Gesicht. Von unserer Wohnung in der der Rue de Constantinople zum Moulin Rouge sind es – mit dem Fahrrad – nur ein paar Minuten.

Ein Sigthseeing, bei dem der Weg auf den Fahrrädern auch schon das Ziel war und bei dem die Kinder mit wachsender Begeisterung „Ich sehe was, was Du nicht siehst – schon weg…“ spielen konnten.

Paris liefert AHA-Effekte für Verkehrswende-Schlafmützen

Ja, wir sind wirklich Radfahren im Herzen und somit waren wir schnell begeistern vom enormen Engagement in Sachen Ausbau der Fahrradwege- und Fahrradstraßeninfrastruktur.

Hier einige der absoluten Pariser Fahrrad-Highlights:

Die Rue de Rivoli

Foto: Steffen Schneider – www.bikefolks.de

In der Fahrradwelt wird diese Straße inzwischen von Nord bis Süd und West bis Ost einhellig besungen. Und es ist in der Tat ein Erlebnis. Die Anfang 2019 noch von Autos dominierte parallel zur Seine verlaufende Hauptverkehrsachse von Paris hat sich zum Fahrradparadies entwickelt.

Uns schien der Begriff „Dreibahnstraße“ für eine solche Modellstraße der passende zu sein. Jeweils eine Spur in beide Richtungen für Fahrräder und eine Spur in eine Richtung für den motorisierten Verkehr. Autos kommen immer noch hin, wo sie hinwollen – wirklich bequem ist es aber nicht mehr. Noch dazu, weil man in Paris ohnehin dort, wo man hin möchte meist keinen Parkplatz finden kann.

Wir sind von so viel Entschlossenheit bei der Umsetzung der Verkehrswende mehr als begeistert. Bis auf weiteres ist die Rue de Rivoli unsere Lieblingsfahrradstraße.

Die vielen Fahrradweg-Baustellen

In Paris werden wie es scheint im Akkord baulich vom Autoverkehr getrennte Rad- und Fußwege gebaut. Dabei wird ziemlich konsequent auch bedacht, dass Fahrradwege nicht einfach irgendwo aufhören sollten. Kreuzungsbereich werden somit ebenfalls komplett umgebaut – sofern sie es noch nicht sind.

Das Resultat sind Verkehrsführungen, bei denen die Wege von Radfahrern und Fußgängern klar und durchgehend eine sichere und zügige Fahrt durch die Stadtteile ermöglichen.

Der Tunnel des Tuileries

Unser FAZIT zur Pariser Verkehrsinfrastruktur:

Es lohnt sich definitiv, sich für die Ziele einer von Lärm und Abgasen befreiten Stadt einzusetzen. Es lohnt sich zweifelsohne, mutig dranzugehen, Parkplätze zu Spielplätzen zu machen und den urbanen Raum von Auto- zum Lebensraum zu machen.

Dass innerstädtisches Leben verödet, wenn es nicht mehr mit dem Auto erreicht werden kann, ist ganz sicher genau so ein Trugschluss, wie z.B. die Angst davor, dass das Leben im Wald gefährdet würde, wenn ich diesen nicht mehr mit meinem Auto durchkreuzen kann.

Paris – die Stadt der Liebe – zum Zweirad!

PS: hier noch wie oben angekündigt der direkte Kontakt zu Richard

Richard Dion
Place de la Porte de Vanves 1
75014 Paris, France
+33 6 33 16 69 04


Weitere interessante Beiträge zum Thema Radfahren in Paris:

Bolles Blick über den großen Teich…

We had a wonderful day using the Bolle bikes! Having access to these bikes allowed us to venture to the small town of Rotenkirchen; this was a meaningful stop for us because it was where our ancestors lived before emigrating to America in the 1800s. Even though it was a hot day, we loved biking through the countryside as well as through the quaint and charming streets of Einbeck. Thank you Martin and Bolle Bikes for making our trip even more special!

Thanks again! Let us know if you’re ever in New Hampshire/Boston/New England, and we’ll try to show you the same hospitality you showed us.

Bolle meint:

Es wird Zeit, dass wir in Einbeck für alle Besucher:Innen unserer Stadt Fahrräder in allen Ausführungen zum Ausleihen zur Verfügung stellen. Wenn Ihr also ein anständig erhaltenen Fahrrad habt, dass Ihr entbehren könnt, dann bringt es uns vorbei. Wir werden es hier auf unserer Seite zum Ausleihen präsentieren. Alle Spenden, die wir dann von Menschen erhalten, die sich Fahrräder ausleihen können wir in den Erhalt der selbigen investieren.

Gießmobil 2.0

Wie eine fleißige Biene mit Speed und ordentlich Last von Blühlaterne zu Blühlaterne…

Seit dem Beginn der Blühsaison 2022 haben wir es am Start: Das Gießmobil 2.0.

Im Zuge der mengenmäßigen Ausweitung der Blühlaternen von 25 auf rund 50 Stück mit Beginn der Blühsaison 2022 musste unbedingt auch im Bereich der Gießeffizienz etwas geschehen. Nun begeistern wir uns ja seit Jahren für Lastenräder aller Art. Das derzeitig stärkste am Markt verfügbare Lastenrad haben wir dann in erster Linie für unsere Einbecker Blühlaternen angeschafft.

Das VOWAG Cargo M hat vier Räder und zählt amtlich zur Klasse der Pedelecs – sprich: es wird durch das Treten in die Pedale in Bewegung gesetzt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 Km/h.

Beim Bau des per Hochhubwagen aufsetzbaren Gießaufbaus hat uns übrigens wieder einmal tatkräftig die Firma Weißenborn Maschinenbau GmbH unterstützt.

Wollt Ihr diese Initiative unterstützen? Mit der Übernahme einer Blühlaternen-Patenschaft könnt ihr dafür sorgen, dass wir in den kommenden Jahren nach und nach weitere Blühlaternen einrichten können.

Alle Infos zu einer Blühlaterenen-Patenschaft findet ihr hier: https://kulturell.es/blueht/

Wie immer gilt: Bilder sagen mehr als 1000 Worte:

In Holtensen gibt man Kette!

Erstes Einbecker Dorflastenrad in Holtensen am Start

BOLLE konnte jüngst in Einbeck dem Ortsteil Holtensen unser nagelneues modernes Dorflastenrad inkl. einem optional nutzbarem Fahrradanhänger dauerhaft bereitstellen können. Holtensen ist damit der erste aller 46 Einbecker Ortsteile, der über ein eigenes BOLLE-Dorflastenrad verfügt. Das Lastenradgespann kann seit Anfang Juli von allen Einwohner:Innen des Dorfes kostenlos und so oft wie gewünscht ausgeliehen werden.

Das hochwertige Gespann bestehend aus einem Yuba Supercargo und einem Anhänger der Marke Carla Cargo konnte zu 25 % aus Bundesfördermittel und zu 75 % aus Sponsorenmittel des in der Ortschaft ansässigen Industrieunternehmens RENOLD finanziert werden. Auf dem RENOLD Werksgelände fand somit auch die Übergabe an die Bürger:Innen von Holtensen statt. Neben Detlef Ragnitz, Technischer Leiter von RENOLD Juliusmühle war auch der Geschäftsführer Mick Wallwork (Managing Director Europe, China and India) aus der Konzernzentrale in England bei der Übergabe persönlich mit dabei. Die Firma RENOLD möchte mit der Förderung des ersten Dorflastenrades gleich mehrere Zeichen setzten. „Wir sehen hier die Chance, Nachhaltigkeit auch im täglichen privaten und gewerblichen Lastennahverkehr zu fördern. Des Weiteren möchten wir ein weiteres Mal unsere Verbundenheit zu unserem Standort und seinen Einwohner:Innen zum Ausdruck bringen. Last but not least sind wir Kettenhersteller und freuen uns über innovative, mittels Ketten angetriebene Produkte wie hier nun das YUBA Supercargo Dorflastenrad“ betonten Mick Wallwork und Detlef Ragnitz unisono.

Stellvertretend für alle Einwohner:Innen von Holtensens hat Horst Nennmann in seiner Rolle als stellvertretender Ortsbürgermeister das Lastenrad in Empfang genommen. „Wir sind glücklich und durchaus auch stolz, dass Holtensen nun auch mit dem BOLLE Lastenradgespann Kette geben kann. Innovative Mobilitätskonzepte spielen insbesondere in den Ortsteilen eine Rolle, wo man mangels praktikabler Alternativen regelmäßig das Auto als das Fortbewegungsmittel Nummer 1 nutzt. Ein kräftiges E-Lastenrad wie das Yuba Supercargo mit dem eindrucksvoll großen und wendigen Carla Cargo Anhänger lässt das Auto nun aber nicht nur im Bereich der CO2-Emission alt aussehen. Auch beim Transport sperriger Güter hat das Lastenrad dem Auto gegenüber die Nase vorn.“

Gründer und Betreiber der Lastenradinitiative sind die Konzert- und Kulturfreunde Einbeck e.V.. Der Kulturschaffende Martin Keil als Projektleiter freut sich sehr darüber, dass mit dem ersten BOLLE Dorflastenrad nun zusammen mit den Bewohner:Innen von Holtensen wertvolle Er-FAHR-ungen gesammelt werden können, die ganz sicher dazu beitragen können, dass auch in weiteren Ortsteilen Dorflastenrädern etabliert werden können. Gespräche mit weiteren Ortsräten und potentiellen weiteren Sponsoren würden bereits geführt.

Die Ausleihe des Dorflastenrades ist für alle Einwohner:Innen aus Holtensen kostenlos. Die Buchung ist ganz einfach hier auf dieser Website unter www.lastenrad-einbeck.de in der Rubik „Teambikes“ möglich. Ansprechpartner vor Ort ist der Holtenser Mitstreiter Nils Bieschke. Fragen zur Ausleihe des ersten Dorflastenrades empfängt Nils Bieschke gerne unter nils.bieschke@lastenrad-einbeck.de.

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Präsentation des Dorflastenrad Holtensen durch den Fotografen Falk Nickenig eindrucksvoll in Bildern dokumentiert worden ist und wünschen viel Spaß beim Anschauen der Bilder:

Lastenradkonzerte – mehr Spaß ist kaum möglich…

Ab und zu steht uns der Sinn nach Musik beim Fahrradfahren! Auf ’nem Klapprad bietet sich dann ein Knopf im Ohr an. Auf ’nem Bolle-Lastenrad ist da dann immer schon einiges mehr möglich!

Bereits zwei mal haben wir die Brass Band Brazzo Brazzone aus Hannover zur Int. Einbecker Street Art Meile durch die Einbecker Street-Art-City zu Besuch chauffiert. Wer’s noch nicht erlebt hat, der sollte zumindest das nächste Lastenradkonzert nicht verpassen. Wir bringen das Konzert auf die Straße.

Erfahrungsbericht: Thomas, der kleine Lastenradzug

„Mit dem Fahrrad von Einbeck nach Goslar…. an einem Tag… – nun, das ist natürlich möglich, aber wohl doch schon eher eine Strapaze.“ Dann nahm im Zuge der Pandemie die Zahl der täglich in unserer Kulturpension TangoBrücke übernachtenden Fahrradtouristen enorm zu. Und eines hatten eigentlich alle cyclists gemeinsam: Das Strahlen im Gesicht, nach einem anstrengenden, aber sichtlich auch erfüllten Tag auf dem Sattel.

Nun gut – im Urlaub glücklich sein wollten wir natürlich auch. Und das ganze ohne übermäßige CO2-Emissionen zu erreichen, ist natürlich auch etwas, was man sich zum einen selbst wünscht und zum anderen auch seinen Kindern vorleben möchte.

Wir wollten uns zunächst mit den Fahrräder per Zug und dem Gepäck an der Atlantikküste rollen lassen, um dort dann auf dem Sattel unserer Bikes den Atlantikwind in den Haaren zu spüren. Aber da wir nur knapp 11 Tage Zeit hatten, entschieden wir uns mit dem Lahntal für ein näher liegendes Radel-Terrain.

Wir werden diesen Blogbeitrag vielleicht noch mal im Rückspiegel etwas genauer betrachten – ein Rückspielgel, den unser Lastenrad „Thomas“ (englisch gesprochen) seit dem Trip nach Lüneburg (…das ist eine andere Gesichte) auch hat.

Sollten wir allerdings keine Zeit mehr zum weiteren Schreiben finden, so zeigen einige Reisefotos schon einmal auf, dass wir so etwas wie „die Zeit unseres Lebens“ hatten. Das Radfahren hat uns alle vier fasziniert. Nach unserem ersten rund 400-Kilometer-Trip entlang der Lahn, der Mosel und dem Rhein haben wir das Coradel-Virus in den Waden. Wir brechen so bald wie möglich wieder auf.

Bolle schaut gen Nord-Ost – Lastenräder in Goslar

Man kann, muss aber gar nicht weit fahren, um auf Menschen zu treffen, die sich genau wie wir für einen effizienten und somit nachhaltigen Lastentransport via Lastenrad begeistern lassen bzw. begeistern können. In der bemerkenswert schönen Kaiserpfalzstadt Goslar haben wir im Rathaus einen Lastenrad-Szeneanstifter getroffen, der sich tatsächlich auch durch einen Besuch in Einbeck für Lastenräder zu interessieren begann und der sich aufgrund einer in ihm offensichtlich beneidenswert kreativen Ader dem Thema Lastenrad gleich in vielfältiger Hinsicht zugewendet hat.

Der Anstifter heißt Dr. Oliver Junk, ist 1976 geboren und seit 2011 Oberbürgermeister der Stadt Goslar.

Grund für unseren letzten Besuch bei Oliver war vordergründig gar nicht das Thema Lastenrad. Es ging um Street Art, Fachwerk-Marketing und ganz allgmein um die Vernetzung der schönen Städte Einbeck und Goslar. Doch wir freuten uns dann ganz unerwartet wie Bolle, als uns Oli sein „VelOli“ vorstellte. Olivers Freunde über sein Riese&Müller, das er sich zum einen zur privaten Freude, zum anderen aber auch für seinen charmanten Wahlkampf (Wähl-Oli – ahhh) angeschafft hat, hat uns begeistert. Wir baten ihn also, doch einfach mal einen Blogbeitrag zum Thema Lastenrad zu schreiben, um diesen dann auch auf unserer Bolle-Seite publizieren zu können. Von uns gewünscht – von ihm getan und am 26. Aug. 2021 auf seiner Website unter der Rubrik „Herzenssache“ veröffentlicht. Nun genug der Vorrede – es folgt ein Auszug aus dem Blogbeitrag von bOli – ähm Oli. Log geht’s – es spricht der OB von Goslar:

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Mein „Veloli“

Kennt ihr Patricia und Martin Keil? Ich habe die engagierte Familie aus Einbeck vor einigen Monaten kennengelernt. Sie haben mich tatsächlich motiviert, heute täglich mit meinem Lastenfahrrad namens „Veloli“ in Goslar unterwegs zu sein.

Die Keils sind nämlich Fans und Botschafter von Lastenrädern, schreiben sogar regelmäßig ihren Lastenrad-Blog. Schaut mal rein: ( https://lastenrad-einbeck.de/blog/).

In Einbeck haben sie mir das „BOLLE“–Projekt vorgestellt. Bolle steht für Bunt-Offen-Lustig – Lastenrad Einbeck. Und „Bolle“ ermöglicht das kostenfreie Ausleihen von Lastenrädern für alle in Einbeck. Ein vorbildliches, ehrenamtliches Projekt, das ich ausdrücklich würdigen möchte. Es hat mich nun dazu bewogen, in Goslar ebenfalls ein solches Projekt zu initiieren. Mit Partnern bin ich bereits im Gespräch.

Seit März bin ich bereits Lastenradfan, nutze „Veloli“ beinahe täglich im Stadtgebiet und habe über 1.200 km zurückgelegt. Mein „Veloli“ macht einfach nur Spaß – sowohl für eine Fahrt über 150 Metern zu REWE wie auch eine Bergfahrt nach Hahnenklee zu einer Ortsratssitzung.

[…]

Die Vorteile eines Lastenrades liegen auf der Hand:

  • Weil es schneller geht!
  • Weil man Menschen trifft!
  • Weil kein Parkplatz zu suchen ist!
  • Weil Einkäufe Platz finden!
  • Weil kleine Kinder Platz finden!
  • Weil man ganz viel für die eigene Gesundheit tut!
  • Weil man ganz viel für den Umwelt- und den Klimaschutz tut!
  • Weil man für Verkehrsberuhigung sorgt.
  • Weil Mobilität auch ohne PKW in der Stadt möglich ist.

Aber, ein Lastenrad kostet Geld, sogar richtig viel Geld. Und deshalb lohnt sich für jede Stadt ein Leihsystem […]

Und gemeinsam mit Patricia und Martin Keil sowie Partnern in Goslar arbeite ich daran, ein „Bolle“–System für Goslar zu entwickeln. Vielleicht gelingt es. Wer Interesse an Mitarbeiten, Mitdenken, Mitfinanzierung und Mitorganisieren hat, ist aufgefordert, sich bei mir zu melden!

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Soweit die Begeisterung von Oli. Wir haben bekanntlich großes Interesse daran, die Lastenradszene nicht nur in Einbeck, sondern letztendlich weltweit wachsen zu sehen. Am 7. Sept. werden wir Bolle der Initiativgruppe „Lastenräder Goslar“ vorstellen und wir sind uns sicher, aus diesem Treffen auch wieder neue Impulse für Bolle in Einbeck mit nach Hause zu bringen.

„Wenn du schnell gehen willst, dann gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, dann musst du mit anderen zusammen gehen.“ (Afrikanisches Sprichwort)

Prime lässt sich dazu noch ein Gedanke von Reinhold Messner ergänzen, der auf Olivers Jungs Seite zitiert wird:

„Meine Kraft schöpfe ich aus meinen Ideen für die Zukunft, nicht aus den Leistungen, die hinter mir liegen.“

„Du hast die Räder schön!“ – das Lastenradevent im Rahmen der Mobilitätsmeile

Wir freuen uns gemeinschaftlich einen radlastigen Beitrag zur Einbecker Mobilitätsmeile zu leisten!

Neben der Lastenradszene gibt es coole Aktionen für Groß & Klein, man kann vieles Ausprobieren und sich vom

Fahrradfahren begeistern lassen!

Mit dabei: E-Bike Familiy Göttingen, Infostand Deutsche Fahrrad Straße, ADFC, Dorflastenrad Holtensen, Junge Linde „LittleJulis“ mit dem coolen Bobbycar Parcour auf dem Hallenplan, Fahrrad-DIY-Tattoos & Bike-Ausmalbilder mit YoungART und der K20 „Verkehrswende“ Initiative.

Nähere Informationen folgen

erFAHRungsbericht: „Mit dem Lastenrad zum Gig“ – von John Poppyseed

Was gibt es Schöneres, als mit dem Lastenrad zum Gig zu fahren!

Die feine Kleidung knittert nicht und der Wind weht erfrischend ins Gesicht. Seitdem mein Equipment für Solo Auftritte in ein Lastenrad von Bolle passt, kann ich als Musiker nun auch grüne Akkorde spielen im Orchester gegen den Klimawandel – als Musiker meinen gesellschaftlichen Beitrag leisten.

Die John Poppyseed Band reist seit ihrer Gründung, wenn möglich, mit der Bahn oder Fahrgemeinschaften, zu den Gigs. Das Thema Klimaschutz wurde bei uns in der Band natürlich auch diskutiert, denn jede Branche kann einen Beitrag leisten.

Neben der Musik verbindet die Musiker von der Band John Poppyseed die Leidenschaft für das Rennrad und so kommt es bei Proben und auch privat oft zum Einsatz. Besonders schön ist aber die Gewissheit mit den Lastenrad, einen Anfang zu finden, den Problemen der zunehmenden Mobilitätsfanatik der Gesellschaft simpel und charmant zu begegnen und dabei überrascht zu werden, wie angenehm einfach und schön ein Transport gemeistert werden kann.

Ganz besonders für Kinder ist es nicht nur eine pädagogische, klimafreundliche und organische Transportweise – sondern einfach nur ein schönes Erlebnis. Wer muss schon mit 1,5 Tonnen hantieren, um seine Kinder, die vielleicht 20 kg wiegen, zu transportieren. Entschleunigung wird immer wichtiger werden in den nächsten Dekaden, damit unsere Kinder gesund bleiben.

Ich fahre Lastenrad – Du kannst es auch probieren – Bolle!

Mobile Grüße – John Poppyseed

Infostand der Verkehrswende-Initiative am Marktplatz

Am vergangenen Mittwoch, den 28. April, war die Verkehrswende-Initiative Einbeck mit einem Infostand auf dem Marktplatz präsent. Auch Bolle war mit drei Lastenrädern dabei. Die junge Initiative hat sich dieses Frühjahr gegründet und will sich für ein Rad- und Fußgänger*innenfreundliches Einbeck stark machen. Am Stand gab es dafür u.A. eine große Karte von Einbeck, in die interessierte Passant*innen gefährliche Stellen und Verbesserungsvorschläge für das Verkehrsnetz eintragen konnten.

Viele Einwohner*innen der umliegenden Ortschaften fahren regelmäßig mit dem Rad nach Einbeck und konnten von unübersichtlichen Situationen entlang der Einfallsstraßen berichten. Außerdem erzählten viele von ihrer Angst vor dem schnellfahrenden Autoverkehr und der Belastung durch Abgase entlang der Strecke.

Auch innerhalb Einbecks gibt es aktuell gefährliche Stellen für Radfahrende, wie z.B. im Hubeweg, wo der schmale Radstreifen direkt am Autoparkstreifen entlanggeführt wird. Radfahrende fühlen sich quasi eingeklemmt zwischen den vorbeifahrenden Fahrzeugen und plötzlich öffnenden Türen der parkenden Autos. So ist es auf keine der beiden Seiten möglich, den in der StVO gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 1,50 m einzuhalten.

Bisher dominieren Autos den öffentlichen Raum, verschmutzen Luft und Umwelt, besetzen wertvolle innerstädtische Fläche und gefährden andere Verkehrsteilnehmer*innen. Schnell kristallisiert sich in den Gesprächen am Infostand heraus: Für eine Verkehrswende in Einbeck reicht es deshalb nicht aus, weitere Radwege in die Landschaft zu ziehen. Stattdessen müssen die Flächen zurückerobert werden, die das Auto bisher für sich allein beansprucht.

Welche Maßnahmen genau dafür nötig sind, will die Initiative zusammen mit interessierten Einbecker*innen erarbeiten. Konkret will sie in den kommenden Monaten ein umfassendes Verkehrswende-Konzept für Einbeck entwickeln. Auf der Grundlage dieses Konzept soll dann das Gespräch mit der Stadt und weiteren wichtigen Akteur*innen gesucht werden, um die zukünftige Mobilitätspolitik Einbecks mitzugestalten.

Interessierte sind herzlich eingeladen mitzumachen, einfach eine Email schreiben an Einbeck@endlich-verkehrswende.de .